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Ausweitung von Parkzonen führt zu Parkplatz-Mangel in angrenzenden Stadtvierteln

Jüngst wurde in einem Artikel der Berliner Morgenpost über eine Studie bzgl. der Effekte der Einführung von Parkzonen in den Berliner Wohnbezirken Prenzlauer Berg und Pankow berichtet. Im Oktober 2010 wurde die Parkraumbewirtschaftung durch die Schaffung drei neuer Parkzonen in den Wohnvierteln des Bezirkes ausgeweitet.

Durch die Einführung der drei Parkzonen können in Summe die 12.400 Parkplätze nur gebührenpflichtig genutzt werden. Laut der Studie soll die Einführung der gebührenpflichtigen Parkplätze dazu geführt haben, dass die Auslastung des Parkplatz-Angebotes von 100 Prozent auf 80 Prozent zurückgegangen ist. Allerdings sind die frei verfügbaren Parkplätze gefühlt nicht vorhanden, da Baustellen und Sperrungen das Parkplatzangebot meist über mehrere Monate verringen.

Interessant ist die Einnahmenrechnung für die bewirtschafteten Parkplätze. Die durchschnittlichen Einnahmen für einen Parkplatz belaufen sich jährlich auf ca. 200 Euro während de Bußgeld-Einnahmen pro Stellplatz knapp 400 Euro in die Bezirkskassen spülen. Um diese hohe Bußgeld-Quote zu erreichen wurden zahlreiche Kontrolleure eingestellt. Der Trend ist steigend. Das Bezirksamt Berlin-Pankow denkt darüber nach, noch weitere Parkplätze in den angrenzenden Wohnvierteln in Parkzonen umzuwandeln.

Grund für diese Entscheidung ist das Ergebnis der Studie, nach welcher an Werktagen rund 2700 Autos weniger in den Wohnvierteln parken, an einigen Straßenzügen ist die Auslastung der Parkplätze sogar um bis zu 40 Prozent gesunken. Aber es sind dennoch nicht weniger Autos geworden, sondern deren Besitzer weichen auf die umliegenden Viertel aus, die nicht als Parkzone ausgeschrieben sind.

Was die Studie verschweigt ist, dass die Anwohner für einen Parkplatz einen Anwohnerparkausweis jährlich kaufen müssen, dessen Preis bei knapp 100 Euro liegt. Und wehe dem, dass man Besuch erwartet – der kann dann wählen zwischen Parkgebühren für den Parkplatz vor der Tür oder ein Fahrt zum Bezirksamt inkl. Wartezeiten, um sich dort einen Kurzzeitparkausweis zu kaufen.

Alles in allem scheint das Parkzonen-Konzept nur den Kommunen etwas zu bringen, da die Kapazität der Parkplatz nicht steigt, der Preis für Nutzung dagegen schon. Um dennoch effizient, einen der wenigen kostenlosen Parkplätze zu finden, könnte eine Parkplatz-App wie die Parkonaut Parkplatz-App weiterhelfen.

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