App Development: HTML5 vs Native App

HTML5 versus Native App

Wer heute einen Dienst für mobile Endgeräte anbieten möchte, bewegt sich in einem fragmentierten Umfeld: unterschiedliche Geräte von unterschiedlichen Herstellern mit unterschiedlichen Plattformen. Auch wenn einem die Hersteller anderes glauben lassen möchten, so gleichen sich doch die technischen Fähigkeiten der Smartphones immer stärker an. Große Unterschiede gibt es bei der Plattform und den damit verbundenen Benutzungskonzepten. Die großen 3 in Europa heissen: Symbian 37,8%, Google 22,3% und Apple 20,3% (Stand Juli 2011, Quelle comScore MobiLens). Um eine Marktabdeckung von 80% zu erzielen, müssen alle diese Plattformen unterstützt werden.

Eine Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen, würde bedeuten seine Anwendung 3 mal zu erstellen – einmal für jede Plattform. Die Dinge die dafür notwendig sind: Das Wissen um mehrere Programmiersprachen: Symbian setzt auf C++, Google auf Java und Apple auf ObjectiveC. Jede Plattform hat ihre eigene Entwicklungs- und Debug-umgebung und ihre eigene Tool Chain. Und natürlich hat auch jede Plattform ihre eigenen Abstraktionen und Benutzerkonzepte. Logisch: sonst würden ja die unterschiedlichen Plattformen gar keinen Sinn machen. Und natürlich ist der Markt hier nicht statisch, sondern ändert sich ständig: 2008 musste man eine iPhone Applikation haben, 2009 eine Android-Applikation und 2010 eine iPad Applikation. Was muss man eigentlich 2011 haben? RIM versucht die Einbussen aufzuholen und Microsoft ihr neues mobiles Betriebssystem zu etablieren.

Eine alternative Möglichkeit verspricht der Einsatz von HTML5. Mit HTML5 soll es möglich sein, eine Anwendung komplett mit Webtechnologien zu entwickeln. Dabei kommt ein Fakt begünstigend hinzu: nämlich die Browserwahl der Systeme: Der Browser der Symbian Plattform basiert auf WebKit, der von Android auf WebKit, der von iOS auf WebKit und sogar RIM setzt auf WebKit. Einzige Ausnahme ist Microsoft, die eine mobile Version ihres Internet Explorers entwickeln. Aber auch dieser soll den HTML 5 Standard unterstützen – wir sind gespannt. Es besteht also eine gute Chance, dass die entwickelte Anwendung auch auf allen Geräten ähnlich aussieht und sich ähnlich verhält.

Kann man denn mit HTML5 Anwendungen entwickeln, die den nativen Applikationen die Stirn bieten können? Es gibt mittlerweile eine Reihe von Bibliotheken, die die Entwicklung von HTML5-basierten Anwendungen stark erleichtern. Beispiele solcher Anwendungen kann man hier finden Sencha Touch Examples oder hier jQuery Mobile Test. Mittlerweile gibt es auch bekannte Vertreter, die diesen Weg gehen. So gibt es beispielsweise die App der Financial Times, welche komplett auf HTML5 basiert. Und diese hat mittlerweile über eine Million Nutzer. Eines ist klar: in Bezug auf Performanz und den Einsatz spezieller Gerätefeatures kann mit HTML5-Anwendungen eine native Applikation nicht ausgeboten werden. Hat man diesbezüglich keine allzu speziellen Anforderungen, kann man einen Grad an Flexibilität erreichen, der über die Entwicklung nativer Apps nicht möglich ist. Bleibt die Frage, ob HTML5-Anwendungen genauso angenommen werden, wie es ihre nativen Counterparts geschafft haben.
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